Montessori-Pädagogik – Was ist das eigentlich?

 

Stundenplan:

Montag bis Freitag: Gleitender Unterrichtsbeginn ab 7.45 Uhr

Unterricht von 7.50 bis 12.30 Uhr

   Montag- und Mittwochnachmittag Unterricht von 13.45 – 16.00 Uhr

      (1. Klasse nur am Mittwoch)

Aufgabenhilfe ab Oktober bis Ende Mai am Donnerstag für 2.+3. Klassen

   von 14.00 -15.00 Uhr,  für 4.+5. Klassen von 15.00-16.00 Uhr ohne Mensa.

Wichtige Leitsätze

  • Selbsttätigkeit führt zu Selbstständigkeit“

Dies ist unser Leitsatz. Kinder wollen und können selbsttätig lernen.

  • Polarisation der Aufmerksamkeit: Maria Montessori beobachtete, dass vertieftes, konzentriertes Arbeiten nicht nur zu Lernfortschritten führt, sondern dass sich bei den Kindern innere Zufriedenheit und Ausgeglichenheit einstellt.
  • Wertschätzung, Respekt und Achtsamkeit im Umgang mit den Kindern bzw. Mitmenschen und der uns umgebenden Natur

Die Montessori-Pädagogik setzt beim einzelnen Kind an. Sie beachtet die individuellen Begabungen und Bedürfnisse der Kinder und trachtet nach einer ganzheitlichen Entwicklung. Dies erfolgt in einer Atmosphäre, die von Respekt und Verantwortung für die Gruppe gekennzeichnet ist.

 

 

 

Das Modell der Klasse mit Montessori-Ausrichtung

 

Die Montessori-Schüler besuchen an fünf Tagen in der Woche die Schule, wobei die Erstklässler ein Mal (mittwochs), die Schüler höherer Schulstufen zwei Mal (montags und mittwochs) am Nachmittag Unterricht haben. Darüber hinaus werden in der ersten Klasse im Jahr fünf ganztägige Ausflüge gemeinsam mit den Schülereltern gestaltet, ab der zweiten Klasse sind es drei. Auch in der Montessori-Klasse wird der Unterricht klassenweise angeboten. Ebenso wie in der Ganztagsklasse besteht auch hier die Möglichkeit, sich an besonderen Tätigkeiten zu beteiligen. Die Schüler der Montessori-Klassen haben mit 25 bzw. 27 Wochenstunden ebenso viele Unterrichtseinheiten wie die Schüler der Regelklassen.

 

 

Pädagogische Grundlagen:

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 Die Montessori- Pädagogik stellt das Kind und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Sie geht davon aus, dass Kinder eigenständige, individuelle Persönlichkeiten sind, die am besten und leichtesten durch selbsttätiges Handeln lernen.

Da Kinder in unterschiedlicher Geschwindigkeit arbeiten und lernen, bietet ihnen die Montessori- Pädagogik die Möglichkeit, sich je nach Interesse und individuellem Tempo bei einer Tätigkeit länger aufzuhalten, bis sie für das betreffende Kind abgeschlossen ist.

Für diesen individuellen Lernprozess entwickelte Maria Montessori spezielle Arbeitsmaterialien, die dem Forschungsdrang des Kindes gerecht werden. In der Klasse arbeiten die Kinder allein, zu zweit oder in Gruppen. Sie lernen dabei, für ihre Arbeit Verantwortung zu übernehmen, mit anderen Kindern zusammenzuarbeiten, Entscheidungen und Absprachen zu treffen, Regeln einzuhalten. Durch diesen Freiraum entwickeln die Kinder Freude am Lernen, das aus eigenem Interesse und Antrieb gelenkt wird. Erwachsene haben im Entwicklungsprozess des Kindes die Aufgabe, ihm alle Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, die es für seine Entwicklungsschritte benötigt, und es liebe -und verständnisvoll auf seinem Weg zu begleiten. Das Kind kann so Schritt für Schritt Selbstständigkeit und Unabhängigkeit vom Erwachsenen entwickeln, ein Prozess, der es zu Selbstbewusstsein und Verantwortlichkeit führt. Als ein Leitsatz der Montessori- Pädagogik kann daher die Bitte angesehen werden, die ein Mädchen einmal an Maria Montessori richtete: „Hilf mir es selbst zu tun!“

  

Freiarbeit:

 

Maria Montessori schreibt: „Wenn man in der Erziehung von der Freiheit des Kindes spricht, vergisst man oft, dass Freiheit nicht mit Sich-Überlassen-Sein gleichbedeutend ist. Das Kind freilassen, damit es tut, was es will, heißt nicht es frei machen. Die Freiheit ist eine große, positive Errungenschaft. Freiheit ist Aufbau, sowohl in der Umwelt, wie in sich selbst. Dabei können wir dem Kind Hilfe reichen.“

Die Freiarbeit ist das Herzstück der Montessori–Klassen. Täglich gibt es ca. 2 Stunden Freiarbeit. Es wird Wert darauf gelegt, dass die Schüler und Schülerinnen sich mit sinnvollen, nützlichen und altersentsprechenden Tätigkeiten auseinandersetzen. Die Schüler und Schülerinnen lernen durch selbsttätiges Handeln, eigenständiges Üben, eigenverantwortliches Tun, Forschen und Entdecken. In der Freiarbeit wählen die Schüler Lerngegenstand, Material, Lernort und Lernpartner. Kinder, welche mit diesen Freiheiten noch nicht umgehen können, werden dahingehend unterstützt und begleitet.

 

 

 

 

Vorbereitete Umgebung:

KatyO Photography 5966Der Erwachsene schafft eine Umgebung, die dem Entwicklungsstand der Kinder gerecht wird. Die Materialien haben einen feststehenden Platz und sind so beschaffen, dass die Kinder sie ohne Hilfe erreichen und an den Arbeitsplatz tragen können. Ordnung innerhalb der Materialien und ein logischer Aufbau in der vorbereiteten Umgebung helfen den Kindern bei der Orientierung.

Zur vorbereiteten Umgebung gehören aber nicht nur in offenen Regalen angebotene Entwicklungsmaterialien, sondern ebenso eine angenehme, entspannte Atmosphäre, in der sich alle, Kinder und Erwachsene, wohl fühlen.

 

 

Die Rolle des Erwachsenen - Grenzen und Regeln:

Die Rolle des Erwachsenen in der Montessori- Pädagogik ist in erster Linie eine anbietende und helfende. Er begleitet und unterstützt das Kind auf seinem Entwicklungsweg und hilft ihm beim Aufbau seiner Persönlichkeit ebenso wie bei seinem Hineinwachsen in die sozialen Strukturen. Liebevolle Zuwendung, verständnisvolle Hilfe, Achtung vor den kindlichen Bedürfnissen, aber auch genaue Beobachtung der kindlichen Entwicklung, Angebote zum richtigen Zeitpunkt und das Setzen von Grenzen, sowie die Hilfe zur konsequenten Einhaltung der Regeln sind seine wichtigsten Aufgaben. Diese Regeln lauten:

 

  1.        Hier verletzen wir andere Kinder weder mit Worten, noch mit Taten.
  2.        Ist ein Material „besetzt“, muss das Kind warten, bis das andere fertig gearbeitet hat.
  3.        Alles, was gebraucht wurde, kommt anschließend wieder an seinen Platz zurück.
  4.        Wir pflegen einen achtsamen Umgang mit dem Material.
  5.        Wir stören andere Kinder nicht bei der Arbeit.

 

Die erwähnten Regeln geben dem Kind Sicherheit. So kann sich das Kind der Welt und anderen Menschen vertrauensvoll zuwenden.

 

Eltern

Eine kontinuierliche, konstruktive Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule bildet die Grundlage der erzieherischen Begleitung für die Persönlichkeitsentfaltung des Kindes. Die Eltern sind von Beginn an aktiv eingebundene Partner, die ihr Kind beim Lernen unterstützen. Es ist wichtig, dass die Eltern bereit sind, sich auf die pädagogische Haltung und Umsetzung einzulassen: Selbstständigkeit, Selbsttätigkeit und Eigenverantwortung, Freiheit innerhalb klarer Grenzen, Respekt, Achtsamkeit und Wertschätzung gegenüber allen Mitmenschen und der umgebenden Natur. Diese Leitgedanken sollen zu Hause und in der Schule mitgetragen werden. Es ist empfehlenswert, in den Klassen mit Montessori-Ausrichtung zu hospitieren. Anmeldungen erfolgen über das Schülersekretariat der Schule.

Einführung des Kindes in die Arbeit:

Der Erwachsene versteht es, das Material anziehend anzubieten und es in seinem Gebrauch einzuführen. Gemeinsam mit dem Kind holt der Erwachsene das Material aus dem Regal. Der persönliche Kontakt zwischen den beiden spielt eine wichtige Rolle, denn so wird die Basis für das Vertrauen geschaffen. Nur ein Material liegt auf dem Arbeitsteppich oder auf dem Tisch. Die Aufmerksamkeit wird auf einen einzigen Gegenstand gelenkt. Der Erwachsene zeigt dem Kind, wie das Material genutzt wird. Wenn das Kind glaubt, die „Lektion“ verstanden zu haben, übernimmt es selbst die Handlung.

 

 

Zusammenarbeit mit den Eltern:

Eine kontinuierliche, konstruktive Zusammenarbeit mit den Eltern bildet die Grundlage der erzieherischen Begleitung für die Persönlichkeitsentfaltung des Kindes. Die Eltern sind von Beginn an aktiv eingebundene Partner. Es ist wichtig, dass die Eltern bereit sind, sich auf die pädagogische Haltung und Umsetzung einzulassen und die Leitgedanken zu Hause und in der Schule aktiv mit zu tragen.

Um pädagogische Inhalte vertiefen zu können und über den Entwicklungsstand des eigenen Kindes informiert zu sein, sind regelmäßige Einzelgespräche, Elternabende, Informationsveranstaltungen und Hospitationen von großer Bedeutung. Den Eltern wird auch die Möglichkeit gegeben, an Lehrausflügen und anderen schulischen Aktivitäten teilzunehmen.

 

 

Hausaufgaben:

Hausaufgaben werden nach Ermessen des Lehrerteams erteilt.

 

KatyO Photography 5940Leistungsbewertung:

Aufgrund der Gesetzeslage muss am Ende eines Semesters eine Schülerbewertung in Form des aktuellen Schülerbogens erfolgen.  Auf die Wortwahl wird ein besonderes Augenmerk gelegt, denn die Beurteilung soll nicht entmutigend sein, sondern ermutigend, damit das Kind geeignete Entscheidungen treffen kann.

 

 

 

Aufnahme in die Montessori-Klasse:

Im Dezember vor der Einschreibung wird für interessierte Eltern ein Informationsabend angeboten. Lehrpersonen beantworten Fragen und erzählen über den Tagesablauf, über die alltäglichen Sorgen und über die Freuden des Unterrichts. Auch findet ein „Informationsnachmittag im Dezember“ statt. Interessierte Eltern und Kinder dürfen die Klassen besichtigen.

 

Die Tätigkeiten des Wahlpflichtbereiches finden jeweils am Montag und Mittwoch von 13.00 – 13.45 Uhr statt.