Klassen mit hermeneutischen Ausrichtungen

 

Im Schuljahr 2013/2014 startete ein neues Schulmodell:

 

Die Grundschule Pestalozzi und auch die Grundschule in Firmian befindet sich in einem vorwiegend italienischsprachigen Wohnviertel. Die Kinder, die in diese Grundschule eingeschrieben werden, sind deutschsprachig, zweisprachig (italienisch/deutsch), anderssprachig (arabisch, albanisch……..) oder sogar dreisprachig (italienisch, deutsch, englisch). Um auf diese Vielfalt angemessen zu antworten und um “…die Entfaltung der Persönlichkeit der SchülerInnen zu fördern und dabei auf ihre individuellen Stärken und Unterschiede einzugehen” (Rahmenrichtlinien, S. 17), gibt es im Grundschulsprengel Europa seit 2012 einen Klassenzug, der ein Sprachenprojekt in Zusammenarbeit mit der italienischsprachigen GS Don Bosco durchführt.

Da die Gemeinschaft in Südtirol immer multikultureller wird und alle Kinder schon im Kindergarten mit Menschen anderer Religion, Sprache, Herkunft in Kontakt kommen und gemeinsam leben, “…baut die Schule durch einen auf dem Grundgedanken der Inklusion beruhenden Unterricht die Haltung auf, Unterschiede der Personen und Kulturen als Bereicherung zu verstehen und dem Andersein mit Respekt und Offenheit zu begegnen.” (Rahmenrichtlinien)

Auf diese multikulturelle Vielfalt in unseren Schulklassen antworten wir mit einem Projekt, indem wir das Zusammenleben aller gezielt durch die reale Begegnung und durch das gemeinsame Arbeiten in der Schule fördern.

 

 

Interkulturelles Lernen: Einsatz von Lerneinheiten, die andere Kulturen inkludieren. Kennen lernen von Völkern, Ländern und Gewohnheiten durch Erzählungen (interkulturelle Bibliothek, Schülerfamilien), gelebte Alltagsbeispiele, durch Musik, Kunst und Ernährung, die die eigene aber auch fernere Kultur widerspiegelt.

 

Fotos angelika5 klein

 

Hermeneutischer Ansatz: Einsatz der filosophisch-pädagogischen Grundgedanken der Hermeneutik welche vom Aneignen eines friedvollen, respektvollen Arbeitsklimas ausgehend, viel Achtung und Zeit dem Zuhören, den Bedürfnissen und Neigungen der Kinder widmen und einen Bogen zur Erlangung von Kompetenzen im sprachlich-literarischen Bereich sowie in der kosmischen Erziehung spannt. Besondere Wichtigkeit wird der Umwelterziehung, den elementaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Welt der Zahlen beigemessen, wobei die Muse auch einen festen Platz im Klassenzimmer findet. Bibliothek, Garten und Umfeld, Experimentier- und Mathematikecke, Malecke, Bastel-Musikraum sind wichtige Lernorte. Die Vielfalt der Unterrichtsformen, der Sozialformen bis hin zum kooperativen Lernen und die Möglichkeit auf individuelle Lernwege einzugehen, sollten jeden Lerner erreichen. Doppelte Besetzung von Lehrern in den Freiarbeitsstunden bzw. in den Momenten des offenen Lernens und der interdisziplinären Tätigkeiten ist notwendig.

 

 

Potenzierung der Sprachen

Potenzierung der Sprachen: Einsatz der italienischen und englischen Sprache (ab der 1. Klasse) in der Vermittlung der Inhalte und zwar in Form von interdisziplinären Momenten im Bereich der Literatur, der musischen Fächer und progressiv der Lernfächer (Geschichte, Geografie, Naturkunde). Ab der 3. Klasse geschieht dies mit der italienischsprachigen Sektion an der Grundschule A. Langer auch in den einmal wöchentlich angebotenen Lernwerkstätten/Laboratorien in Zusammenarbeit mit dem Sprachenzentrum.

  1. + 2. Klasse: Schwerpunkt Zweisprachige Alphabetisierung und Sport

Eine Stunde wird als Sportunterricht im Co-Teaching mit der Italienischlehrperson durchgeführt. In den beiden anderen Stunden führen die Lehrpersonen für Italienisch und für Deutsch gemeinsam die Kinder durch die zweisprachige Alphabetisierung.

  1. – 5. Klasse: Schwerpunkt Naturkunde und Italienisch

Ab der dritten Klasse wird das Fach Naturkunde in Kopräsenz mit der Italienschlehrperson ausgerichtet.

 

  1. – 5. Klasse: 2 Stunden Englisch

Englisch wird in Zusammenarbeit mit Musik, Kunst, und Technik ab der 1. Klasse unterrichtet. Von der 1. – 3. Klasse arbeiten die Deutschlehrerin und die Englischlehrerin (Lehrperson) im Co -Teaching. Ab der vierten Klasse wird Englisch nicht mehr im Co -Teaching abgehalten, da die Kinder in der englischen Sprache schon genügend Kompetenzen erworben haben, um selbstständig, selbstbewusst und sprachhandelnd mit dieser umzugehen.

 

 

 

Fotos Angelika1klein

 

 

Zur Zeit besuchen die SchülerInnen die Grundschule J. H. Pestalozzi. Später werden die Klassen in der Grundschule Firmian angesiedelt, die gerade im Aufbau ist.

Wichtig: Kinder, die im Einzugsgebiet Firmian/Kaiserau/Reschenzone ansässig sind, wohnen in diesem Einzugsgebiet.

 

Grundschule „Alexander Langer“ in Firmian

Bei Bedarf an der Grundschule „Johann Heinrich Pestalozzi“ 

 

2.3.1.4         „Sprachen und Hermeneutik“-Klassen

 

Stundenplan:

  • Montag bis Freitag von 7.55 bis 12.45 Uhr (Pestalozzi 7:50 bis 12:30 Uhr)
  • Montag- und Mittwochnachmittag: Unterricht von 14:00 bis 16.00 Uhr (1. Klasse nur am Mittwoch)

Das Sprachenmodell des SSP Bozen Europa besteht aus fünf Klassen an der Grundschule Alexander Langer im Stadtviertel Firmian und aus zwei Klassen (bei Bedarf kann in den nächsten Jahren aufgestockt werden) an der Grundschule Johann Heinrich Pestalozzi im Europaviertel.

Seit 2012 gibt es einen Klassenzug, der ein Sprachenprojekt in Zusammenarbeit mit der italienischsprachigen Grundschule „Don Bosco“ durchführt. Auf die multikulturelle Vielfalt in unseren Schulklassen an der Grundschule „A. Langer“ antworten wir mit einem Projekt, indem wir das Zusammenleben aller gezielt durch die reale Begegnung und durch das gemeinsame Arbeiten in der Schule fördern. Die Partnerschaft mit der sich im selben Gebäude befindenden italienischsprachigen Schule ist ein wesentlicher Bestandteil, der gemeinsame Momente, vernetzte Planung und Durchführung von pädagogischen Vorhaben und Austausch von Haltungen ermöglicht, damit Kinder und Lehrpersonen mit- und voneinander lernen.

In den Klassen des Sprachenmodells an der GS Pestalozzi werden diese Momente mit den restlichen Modellen der Schule geteilt und an Stelle der Partnerschaft tritt eine stark ausgeprägte hermeneutisch orientierte Grundphilosophie. Kunst als Kommunikationsmittel wird im Sinne des Malort-Gedankens als zusätzlicher Schwerpunkt eingebaut.

Allen Klassen der zwei Grundschulen liegt das Ziel zugrunde, die Mehrsprachigkeit der Kinder zuzulassen, sie ernst zu nehmen und wert zu schätzen. Dabei werden Rahmenbedingungen geschaffen, in denen folgende Werte täglich in der Klasse umgesetzt werden: Stille, Angstfreiheit, Selbstbewusstsein, Fragehaltung, Distanz und Respekt.

Viel Achtung und Zeit werden dem Zuhören, den Bedürfnissen und Neigungen der Kinder gewidmet. Das Erreichen und Steigern von Kompetenzen im sprachlich-literarischen sowie im wissenschaftlichen Bereich wird durch Projekte in Zusammenhang mit Bibliothek (Bibliotekarinnen-Team Bozen), Sprach-und Theaterprojekten in drei Sprachen, Umwelterziehung von den elementaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Welt der Zahlen ausgehend, bis hin zu Gartenpflege und Experimenten im Klassenlabor begleitet und gefördert.

 

Nachmittagsbetreuung (kleiner Spesenbeitrag) Le.La. ab Oktober bis Ende Mai – 1. Klasse am Dienstag von 13.30-15.30 Uhr, 2.-5. Klassen am Donnerstag von 13.30-15.30 Uhr.