LER

Das Alternativangebot „LER“ richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler, die nicht am regulären Religionsunterricht teilnehmen – der LER- Unterricht findet alternativ zum curricularen Religionsunterricht statt.

Der Unterricht befindet sich in Projektphase und steht im Schuljahr 2017/18 den Schülerinnen und Schülern der 1.- 5. Klassen der Grundschule J.H. Pestalozzi sowie der 1.- 2. Klassen der Grundschule A. Langer offen.

„LER“ steht für folgende Basisaspekte:

Lebensgestaltung

Ethik

Religionskunde 

Ziel des Unterrichts ist es, den Schülerinnen und Schülern auf emotionaler, zwischenmenschlicher und sozialer Ebene vielfältige Kompetenzen zu vermitteln, die den verschiedensten Kulturen und Religionsgemeinschaften gerecht werden und Handlungskompetenzen vermitteln sollen. 

Thematisch gliedert sich das Alternativfach in vier große Themenfelder, die unter Beteiligung der Zielgruppe in konkrete Unterrichtsthemen umgewandelt werden. Es sind dies die Themenfelder Menschsein (Herkunftsland, Glaubensrichtung, familiäre Traditionen und Gebräuche), Zusammenleben (Vermittlung sozialer Umgangsformen, Gesprächs- und Verhaltensregeln), Religionen und Kulturen (inhaltliche Auseinandersetzung) und die moderne Welt.

Am Ende des Semesters erhält jede Schülerin/ jeder Schüler eine Teilnahmebestätigung mit einem kurzen Vermerk über den Lernerfolg.

Die Einschreibung erfolgt über ein separates Formular, welches im Sekretariat der Grundschule J.H. Pestalozzi aufliegt.

 

Das Fach „LER“ wurde erstmals im Schuljahr 2015/16 an der Grundschule J.H. Pestalozzi angeboten. Verschiedenste Situationen und Veränderungen innerhalb des Schulalltages waren Anlass dafür, für religionsbefreite Schülerinnen und Schüler eine adäquate Alternative zum traditionellen Religionsunterricht zu schaffen.

Bereits seit einigen Jahren konnte an der GS J.H. Pestalozzi ein stetiger Zuwachs von Schülerinnen und Schülern beobachtet werden, deren Eltern sie nicht im Religionsunterricht einschrieben. Vor 4 Jahren begann eine Lehrperson gemeinsam mit der Direktorin und in Zusammenarbeit mit dem Schulamt sowie  dem zuständigen Inspektorat mit der Ausarbeitung eines alternativen Angebots während des klassischen Religionsunterrichts an der Grundschule J.H. Pestalozzi.

Mit dem Schuljahr 2015 /16 wurden in einigen Klassen zeitgleich zum Religionsunterricht zwei Wochenstunden „LER“ angeboten. Das Angebot wurde im darauffolgenden Schuljahr auf fast alle Klassen der GS J.H. Pestalozzi ausgeweitet. Die betreffenden Schülerinnen und Schüler werden von der Lehrperson in einen eigens für den alternativen LER Unterricht konzipierten Raum begleitet, während ihre Mitschülerinnen und Mitschüler gemeinsam mit der Religionslehrperson im Klassenzimmer verbleiben.

Im Schuljahr 2017/18 können die Schülerinnen und Schüler sämtlicher Klassen der Grundschule J.H. Pestalozzi sowie jene der 1.  Und 2. Klassen der Grundschule A. Langer vom LER Unterricht profitieren.

Geplant ist es, mit dem Schuljahr 2018/19 den LER Unterricht auf die Klassen der Mittelschule A. Schweizer auszuweiten.

Eine Übersicht zu den verschiedenen Themenschwerpunkten bieten die von der Lehrperson Carmen Gögele ausgearbeiteten Rahmenrichtlinien, wobei die ersten drei Jahrgänge der Grundschule in Zusammenarbeit mit Inspektor Alber während des Schuljahres 2015/16 entstanden sind. Die Rahmenrichtlinien der 4. Schulstufe wurden von der oben genannten Lehrperson für das Schuljahr 2016/17 autonom erstellt. Die Ausarbeitung der Rahmenrichtlinien für die 5. Schulstufe sowie die aufgrund der geplanten Ausweitung des LER – Projekts auf die Mittelschule A. Schweizer notwendigen Lernziele und Lerninhalte sind für das kommende Schuljahr 2017/18 geplant.

Begriffserklärung:

Kernaussagen des Unterrichts fußen auf drei besonderen „Momenten“ (Aspekte), die mit den Begriffen Lebensgestaltung, Ethik und Religionskunde umschrieben werden können. 

Lebensgestaltung (= individueller Aspekt):  Dabei wird der Lebenswelt der einzelnen Schülerinnen und Schüler besondere Wichtigkeit beigemessen.  Ein großes Augenmerk richtet sich auf den Umgang mit Emotionen, welche verschiedene Lebenssituationen der Schüerinnen und Schüler im Alltag prägen.  Miteinander diskutiert werden außerdem Themen wie Familie, kultureller und religiöser Kontext, individuelle Wertevorstellungen und Denkmuster etc.  

Ethik (= kollektiver Aspekt): Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit Wertvorstellungen und Überzeugungen unabhängig von ihrer kulturellen, ethischen, religiösen und weltanschaulichen Herkunft auszusprechen und zu hinterfragen. Im Mittelunkt steht die kritische Auseinandersetzung und Begründung bestehender Wertvorstellungen. Normen und Wertvorstellungen werden gemeinsam erörtert und kritisch hinterfragt. Dieser Bereich erschließt sich in der Auseinandersetzung mit traditionellen Normen und Werten.

 

Folgende Frage steht im Mittelpunkt: Wie kann bzw. sollte ein respektvoller Umgang gelingen, der gekennzeichnet ist von gegenseitiger Toleranz und Akzeptanz? Im Sinne der Inklusion wird jedes Mitglied der Gemeinschaft gewürdigt und erhält einen Platz in der Gemeinschaft.

Religionskunde (= religiöser Aspekt): Im Unterricht erfahren die Schülerinnen und Schüler grundlegende Inhalte verschiedener Religionen und lernen unterschiedliche Überzeugungen und Ansichten kennen. Zudem setzten sich die Schülerinnen und Schüler inhaltlich mit unterschiedlichen Religionen auseinander, erkennen Konvergenzen und Kontraste aber besonders eben Gemeinsamkeiten und lernen traditionelle Hintergründe der großer Feste sowie Vorschriften der Religionen kennen. Der Unterricht gestaltet sich bekenntnisneutral, jedoch nicht wertneutral, d.h. die religiöse Zugehörigkeit bzw. die jeweilige Weltanschauung der Schülerinnen und Schüler und deren Familien sind nicht vordergründig. Das Kind wird mit all seinem kulturellen und religiösen Background ernst genommen. Die Schülerinnen und Schüler können eigene Überzeugungen in den Unterricht einbringen, wobei das Prinzip der Gleichwertigkeit herrscht. Im Fokus stehen der Abbau von Unwissenheit und daraus resultierende Missverständnisse und Ängste sowie das Stärken der Dialogbereitschaft als ein wichtiger Baustein, der ein friedliches Zusammenleben sichert.

 

Gegenstand des Unterrichts:

Thematisch gliedert sich das Alternativfach in vier große Themenfelder, die unter Beteiligung der Zielgruppe in konkrete Unterrichtsthemen umgewandelt werden. Es sind dies die Themenfelder Menschsein (Herkunftsland, Glaubensrichtung, familiäre Traditionen und Gebräuche), Zusammenleben (Vermittlung sozialer Umgangsformen, Gesprächs- und Verhaltensregeln), Religionen und Kulturen (inhaltliche Auseinandersetzung) und die moderne Welt.

Methodik

So vielfältig die Themen so unterschiedlich sind auch die Methoden und Zugangsweisen zu den Lerninhalten im LER Unterricht.

Beispiele sind:

Einsatz von Bilderbüchern, Bildmaterial, Kopiervorlagen Anschauungsmaterialien, Karteikarten, Landkarten, Gegenstände aus verschiedenen Kulturen und Religionen, Kamishibai (Erzähltheater), Videofilm Material usw.

Die Kinder arbeiten einzeln, in Kleingruppen im Plenum. Der Unterricht beginnt stets mit einem Ritual und einen Überblick über die kommenden Inhalte.

Schwerpunkt ist und bleibt die Diskussion, das gemeinsame Gespräch und das Vermitteln einer Gesprächskultur. Dazu gehören unter anderem  das Zuhören, Aushalten und Klären von Meinungsverschiedenheiten und das Verständnis für einen funktionierenden Dialog.

Dafür ist eine freie Fläche für die Bildung eines Sitzkreises im Klassenzimmer vorgesehen.

Den Schülerinnen und Schülern stehen im Besonderen eine eigens für den LER Unterricht angelegte Schülerbibliothek, Karteikarten, Bild- und Kartenmaterial sowie weiteres Anschauungsmaterial zur Verfügung.

Der für den LER Unterricht reservierte Raum wird von den Schülerinnen und Schülern mitgestaltet und soll  zum eigenständigen Lernen  und zum Auseinandersetzen mit unterschiedlichen Kulturen anregen.

 

Überprüfung

Hinsichtlich der Arbeits-, Sozial-, und Fachkompetenz und Sprachkompetenz werden die Schülerinnen und Schüler  in zeitlichen festgelegten Intervallen beobachtet und die Daten von der Lehrperson  in ein Beobachtungsraster im Lehrerregister übertragen. Am Ende des jeweiligen Semesters erfolgt eine schriftliche Kompetenzbeschreibung, in welche die Schülereltern Einsicht nehmen können.